Online -Kauf und -Verkauf

INTERVIEW

996 positive Bewertungen

… hat Bianka Garbe beim Online-Kauf und -Verkauf von Kindersachen bisher bekommen. Hier erzählt die Mutter von drei Kindern, was gute Verkäufer ausmacht, warum sie ihre Auktionen gerne in der Mittagszeit enden lässt und was Anfänger oft falsch machen.

Was waren Ihre tollsten Schnäppchen bisher?


© 57631815 © Alexandra Karamyshev

Ein großer „Puki“-Roller mit Luftreifen für nur acht Euro. Das war vor etwa zehn Jahren, damals gab es noch nicht die Möglichkeit für Verkäufer, ein Mindestgebot festzulegen. Das Auktionsende lag auf 5 Uhr morgens, und ich war offenbar die einzige, die sich den Wecker rechtzeitig gestellt hatte.

Und Ihr größtes Erfolg als Verkäuferin?

Ein rosa Mäntelchen der Marke Jacadi, das ich ein Jahr zuvor für 46 Euro ersteigert hatte. Meine kleine Tochter hat es dann ein Jahr bei feinen Anlässen getragen, bis sie rausgewachsen war. Vier Wochen vor Weihnachten habe ich es eingestellt und 90 Euro dafür bekommen.

Macht die Jahreszeit einen großen Unterschied?

Ja, absolut! Für feine Kinderkleidung ist der Dezember der beste Verkaufstermin, weil die Kinder ja schick auf den Familientreffen erscheinen sollen. Ostern dagegen ist die beste Gelegenheit, Spielzeug für draußen anzubieten, etwa Roller, Fahrräder, Inliner. Man muss sich ja nur fragen, wie es einem selbst geht: Im Sommer kauft man keinen Schneeanzug und im Winter keine Bademoden.
Wichtig ist aber auch die Tageszeit. Bei Kindersachen lege ich das Auktionsende immer in die Mittagszeit, denn da haben Mütter am ehesten Zeit, ein bisschen im Internet zu stöbern.

Was sind typische Anfängerfehler?

Drastisch gesagt: Faulheit bei der Beschreibung, wenn man etwas verkaufen will. Ich habe einmal ein Angebot gesehen, da stand nur „Zum Verkauf steht die Lieblings-Jeans meiner Tochter“. Was soll sich der potentielle Käufer da vorstellen? Dass die Hose besonders abgenutzt ist?

Wie macht man es denn besser?

Marke, Größe und Erhaltungszustand gehören schon in die Überschrift. Zum Beispiel „H&M-Jeans, Gr.128, top Zustand, enger Schnitt, niedliche Verzierungen“. Wer genau das sucht, wird hier klicken. Wenn die Überschrift nichtssagend ist, geht das Angebot in der Menge unter. Außerdem lohnt es sich, in der Artikelbeschreibung das Angebot durch die Schriftgröße und durch Farben hervorzuheben.
Und: Unbedingt aussagekräftige Fotos hochladen, von dem Artikel im Ganzen, aber auch von wichtigen Details wie Verzierungen, Reißverschlüsse, Marken-Etiketten. Je hochwertiger die Artikel präsentiert werden, desto besser sind die Verkaufschancen.

Ihre größte Enttäuschung?

Einmal habe ich Kinderkleidung ersteigert – die war ungewaschen, es klebten sogar noch Essensreste dran! Und einmal einen Küchenhäcksler, dessen Motor so schwach war, dass er nicht mal mit einer Zwiebel fertig wurde. Er war aus einem Nachlass, deshalb nehme ich an, die Verkäuferin hat es nicht gewusst.

Sie haben 996 positive Bewertungen und keine einzige negative oder auch nur neutrale. Wie haben Sie das geschafft?

Ich beschreibe die Ware sehr genau und ehrlich. Bei Kleidung nenne ich nicht nur die Größe, sondern messe zum Beispiel die Arm- und Rückenlänge aus. Ich erwähne, dass die Sachen aus einem Nichtraucher-Haushalt sind. Wenn ein Pullover etwa ein kleines Loch unter der Achsel hat, dann sollte man das gleich sagen! Das schafft Vertrauen und erspart spätere Beschwerden. Außerdem reagiere ich schnell auf Nachfragen, als Käuferin bezahle ich zügig und als Verkäuferin verschicke ich die Ware schnell. Das ist alles.

Ihnen macht das Ganze offenbar auch nach zehn Jahren noch Spaß. Warum?

Es ist einfach ein tolles Gefühl, sein Kind mit den Erlösen der alten Sachen immer wieder neu einkleiden zu können.

 von Christine Brasch
Artikel von eltern.de
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